… Weißt du noch wie's war? Kinderzeit wunderbar Die Welt ist bunt und schön Bis du irgendwann begreifst Dass nicht jeder Abschied heißt Es gibt auch ein Wiedersehen

So beginnt das Lied, welches mir nicht mehr aus dem Kopf geht. Ein Lied das Trost und Melancholie vereint.
Die schmeichelnde Stimme des Sängers Peter Heppner unterstreicht das.
Kein Zurück. Ein Song der Band Wolfsheim.
Ein Lied, das den Irrglauben, dass Zeit davon laufen kann, aufgreift, aber auch als Antrieb ausgelegt werden kann, nach vorne zu schauen.
… Immer vorwärts Schritt um Schritt Es geht kein Weg zurück Was jetzt ist wird nie mehr ungeschehen Die Zeit läuft uns davon Was getan ist ist getan Und was jetzt ist wird nie mehr so geschehen
Ein Lied, das von den Verschenkten Möglichkeiten spricht.
Von den verlorenen Momenten im Leben.
… Ein Wort zuviel im Zorn gesagt 'N Schritt zu weit nach vorn gewagt Schon ist es vorbei Was auch immer jetzt getan Was ich gesagt hab' ist gesagt Und was wie ewig schien ist schon Vergangenheit
Ein Lied, das auch Mut macht, die Träume nicht ewig wegzuschieben.
Ein Lied, das aber auch mit Bedauern auf falsche Entscheidungen zurückblickt.
… Dein Leben dreht sich nur im Kreis So voll von weggeworfener Zeit Deine Träume schiebst du endlos vor dir her Du willst noch leben irgendwann Doch wenn nicht heute, wann denn dann? Denn irgendwann ist auch ein Traum zu lange her
Der Song gibt in seiner Melancholie Hoffnung. Rückblicke haben auch etwas Tröstliches. Das Lied macht Mut, Zufriedenheit mit dem Leben zu finden.
… Ach und könnte ich doch Nur ein einz'ges Mal Die Uhren rückwärts drehen Denn wie viel von dem Was ich heute weiß Hätte ich lieber nie gesehen?
Und so möchte ich der vermeintlichen Trostlosigkeit widersprechen mit einem Zitat von Kierkegaard.
Leben kann nur rückwärts verstanden werden, muss aber vorwärts gelebt werden.
2003 hatte die Band Wolfsheim mit diesem Lied, einer Vorab Auskoppelung aus dem Album Casting Shadows, den größten Erfolg ihrer kurzen Geschichte.
Traurig ist, dass die Bandmitglieder und Gründer Markus Reinhardt und Peter Heppner sich so verstritten, dass nur eine gerichtliche Verfügung den gegenseitigen üblen Leumund still legen konnte.
Lange habe ich darüber nachgedacht, welcher Wein dieses Lied abbilden kann.
Nehmen wir einen guten Bordeaux, dem man beim Altern zusehen kann.
Oder besser einen kräftigen Weißwein aus der Neuen Welt.
Rosé in Vollendung als Botschafter zwischen Melancholie und Aufbruch.
Oder trinken wir einfach Champagner auf unser Leben.
All das ist nicht perfekt.
Wir nehmen einen Wein von einem außergewöhnlichen Winzer, der aus seinem Namen eine schöne Marketing Linie für seine besonderen Weine gemacht hat. Einen Wein, der erst auf den Markt kommt, wenn er trinkreif ist.
Der ebenso die Jahre überdauern kann.
Wir nehmen einen Wein, der nicht Alltag will, sondern das besondere Gedenken, wie eben jenes Lied. Einen Wein, der breit und üppig daher kommt und in den Tiefen ergründet werden will. Einen Wein, den man in vielen Facetten erfassen kann. Wie diesen Song.
Und weil Wein nun eben getrunken werden sollte, gilt auch hier: Kein Zurück.
Kein Zurück. Der Wein zum Song.
Nahe dem Hunsrück, am Rand des Soonwald in Windesheim gelegen, bewirtschaftet die Familie Marx 10,5 ha. Schiefer, Roter Sandstein, Quarzit und Sandböden sind hier zu finden.
Frau Marx begrüßt ihre Besucher mit erfrischender Herzlichkeit. Für ihre leichten Alltagsweine hat sie den Begriff “Schlürfer“ gewählt. Sehr interessant und viel wohlklingender als Terrassenwein. Drei Weine, welche nur in besonderen Jahren gemacht werden unterstehen der Linie „Marx is Muss“ und heißen Freigeist, Manifest (beide Grauburgunder) und Kapital (Spätburgunder).
2021 Grauburgunder Manifest
Weingut Marx, Nahe
13 % Vol. – € 38,00
Maischegärung, unfiltriert. 22 Monate auf der Hefe im Tonneau-Eichenfass.
Der Jahrgang 2021 ist nach 2018 der nächste, in dem dieser Wein produziert wurde. Limitiert auf 590 Flaschen.
Die Farbe ist bemerkenswert und liegt zwischen Braungold und Bernstein.
In üppiger Nase eröffnen Tabak, Kakoapulver, Nougat, Curry, Kandis, weißer Pfeffer, Reisig. Gefolgt von Pampelmuse, Orangenceste, reifem Apfel, Quitte.
Am Gaumen firniger Auftakt mit gerösteten Haselnüssen, Kaminrauch, Zartbitter, Kakao. Abgelöst von zitrischen Noten. Ergänzt durch Fruchtaromen wie Quitte, Pampelmuse. Gefolgt von reifen Noten wie kandierten Früchten, Bananenbrot, Apfelkompott, Vanille, Toast, Biskuit.
Im sehr langen Nachhall leichte Holznoten mit Tabak und Teer. Sehr stoffig mit cremigem Finish von Würze und Fruchtaromen (Kandis, Apfel, Vanille).

Bei 15 Grad im Burgunderglas servieren.
Der Wein ist extrem lang, sehr ausgewogen und gereift, unglaublich stoffig und vielschichtig.
Speisen:
Involtini vom Kalb, gefüllt mit Spinat und getrockneten Tomaten, Kartoffelmousseline, gebratene Steinpilze; Pochierter Seeteufel mit Krustentiersauce, gerösteter Pak Choi, Sepianudeln; Gebratener Steinbutt mit Tomaten-Kapernsugo, Selleripüree; Früchtebrot und Gaubrot mit Appenzeller, Morbier, andere Hartkäse
Kein Zurück. Ein Song und ein Wein.

Quelle des Songtextes: LyricFind
Songwriter: Axel Ermes / Markus Reinhardt / Peter Heppner
Songtext von Kein Zurück © Gema, Music Hub O/B/O GEMA, Warner Chappell Music, Inc
